Im News-Briefli bringe ich jeweils unter „Äs chliises „guet z’wüsse“ über Boardercross“ den Snowboardcross-Sport etwas näher. Hier findest du das Archiv dieser Beiträge:
Selektionskonzept Olympische Spiele
News-Briefli 22. Dezember 2025
Damit eine Athletin für die Olympischen Spiele selektioniert wird, muss sie nicht nur die internationale Qualifikationerfüllen (also z. B. FIS‑Punkte/Normen), sondern auch das nationale Selektionskonzept von Swiss Olympic respektive der Fachverbände. Swiss Olympic legt gemeinsam mit den Sportverbänden Leistungs‑ und Selektionskriterien fest, die u. a. auf internationalen Ergebnissen, Olympischen Qualifikationsnormen und der Quote pro Nation basieren. Diese Konzepte definieren, welche Resultate und Zeiträume zählen, wie viele Athletinnen pro Disziplin starten dürfen und wie die selektierten Athletinnen letztlich für das Team vorgeschlagen werden. Die Erfüllung der Norm bedeutet somit den wichtigen ersten Schritt, die anschliessende Selektion hängt aber auch von diesen Kriterien und der Entscheidung der Selektionskommission ab.Bei uns sind diese Normen beispielsweise:A-Limite (wird vor der B-Limite berücksichtigt):Top 3 WM 2025 und 1x Top 8 WC 2025/26, oderTop 3 Gesamtdisziplinen Weltcup 2024/25 und 1x Top 8, oder2x Top 3 WC 2025/26B-Limite:1x Top 8 WC 2025/26, oderFrauen: 2x Top 12 WC/WM. davon mind. 1 Resultat aus der Saison 2025/26Alle Selektionskonzepte: hier
4-er & 6-er heats
News-Briefli, 21. Februar 2025
Snowboardcross kennen die meisten als Sportart, bei welcher immer vier Athletinnen oder Athleten gegeneinander eine Piste mit vielen Elementen bewältigen. Dass vor ein paar Jahren ein grosser Teil der Wettkämpfe sogar mit sechs Gates stattgefunden hatten, wissen viele nicht.
Im Dezember 2023, als ich meinen ersten Weltcupsieg in Cervinia feierte, war es noch so. Dass dies der wohl letzte 6-er-Heat Wettkampf werden sollte, war mir damals nicht bewusst.
Beim FIS / Athleten-Meeting am Ende der letzten Saison kam das Thema 6-er-Heats auf. Die Meisten wollten dieses Format abschaffen. Begründung: es ist schwierig und teuer, einen so breiten Kurs zu bauen, es wird noch enger als sonst und die Athleten gehen in den Fernsehbildern fast ineinander unter.
Ich fand es immer sehr cool, warum genau weiss ich jedoch nicht. Aber wenn wir in Zukunft deswegen mehr Wettkämpfe hätten, wäre allen geholfen :-).
Qualifikation / CUt
News-Briefli, 31. Januar 2025
Äs chliises „guet z’wüsse„QualifikationDie Qualifikation wird bei den meisten Weltcups ein Tag vor den Finals ausgetragen. Alle Athletinnen und Athleten starten alleine und fahren gegen die Zeit, also so wie bei einem Skirennen und ähnlichem. Die Top-20 Herren und Top-10 Frauen qualifizieren sich bereits nach dem ersten Lauf für die Finals. Die restlichen Athleten absolvieren den Kurs ein zweites Mal, dabei startet die Rangliste bei Null. Wenn ich also im ersten Lauf die 11.-beste Zeit habe und jemand anderes stürzt, haben wir für den zweiten Lauf nochmals dieselbe Ausgangslage. Schlussendlich kämpfen die restlichen Fahrer im zweiten Lauf noch um 12 (Herren), respektive 6 (Damen) Plätze. Die 32/16 besten werden danach in die Brackets eingeteilt, siehe guet z’wüsse vom 12.12.2022.

St. Moritz
News-Briefli, 19. Februar 2023
Seit Januar 2023 steht in St. Moritz ein Cross, welcher den Schweizer Ski- und Snowboardcrossteams zur Verfügung steht. Ziel ist es, an den Weltmeisterschaften im 2025 ein grandioser Kurs bereitzustellen. Dieses Jahr fanden bereits mehrere Skicross-Events statt, Anfang April wird die Snowboardcross-Schweizermeisterschaft ausgetragen. Nächstes Jahr ist ein Weltcup geplant, welcher als Testevent stattfindet.
… und wie jetzt vermuten lässt, ist das trotz Verletzung nach wie vor ein riesiges Ziel von mir. Es ist nun der nächste Grossanlass für mich und ich arbeite jetzt erst recht auf die Medaille hin :-).
Die Strecken und wieso kaum Wettkämpfe zusammen mit den Skicrossern ausgetragen werden
News-Briefli, 2. Februar 2023
Die SBX-Bretter
News-Briefli, 19. Dezember 2022
Am Skilift trifft man meistens auf sogenannte Freestyleboards, selten sieht man auch die Alpinen Bretter mit den „Skischuh-Bindungen“ und dem grossen Bindungswinkel nach vorne oder die Neuschnee-Bretter mit der langen Nase für den guten Auftrieb. Für Snowboardcross gibt es noch eine weitere Gattung Bretter.
Sie sind härter und länger als die „normalen“ Snowboards, haben einen viel grösseren Kurvenradius, haben hinten und vorne viel weniger Krümmung und sind mit diesen Eigenschaften in der Gleitfähigkeit und Stabilität ruhiger. Als Bindungswinkel fahre ich 21° vorne, 3° hinten. Dies ist steiler als die meisten Snowboarder es mögen, jedoch auch nicht so ausgedreht wie beim alpinen Snowboardsport. Der Vorteil: man ist in der Gleitfähigkeit nicht eingeschränkt und bleibt eher zentral, kann aber trotzdem gut karven.

Die Farben der Startnummern
News-Briefli, 12. Dezember 2022
Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir immer vier verschiedene Farben der Startnummern tragen. Dies hilft den Zuschauern, die Athlet/innen auseinanderzuhalten und auch gleich zu erkennen, wer in der Qualifikation die/der Schnellste war. Rot ist immer der/die Favorit/in, grün der/die Zweitschnellste der Quali im Heat, blau der/die Dritte und gelb der/die Vierte. Weil ich mich letzte Woche als 15. qualifizierte, hatte ich somit immer die gelbe Nummer und hätte laut Qualifikation die langsamste im Heat sein sollen. Aber es kann ja immer anders herauskommen ;-).Der zweite Vorteil neben dem Erkennungsmerkmal: in der Farbreihenfolge werden die Gates gewählt. Das heisst, der/die Rote kann als erstes die Startposition wählen und so weiter. Bei manchen Kursen macht es einen Unterschied, ob man beispielsweise Mitte links oder ganz rechts starten darf/muss. Dort haben alle Athlet/innen ihre Vorlieben, ich sehe lieber die Athletinnen neben mir wenn ich wählen kann, andere haben sie lieber im Rücken.

Die Elemente eines Boardercross-Kurses
News-Briefli, 19. Oktober 2022
Es gibt sehr viele Regeln, wie ein Kurs gebaut werden sollte, damit er FIS-Konform ist. Folgend habe ich die meiner Meinung nach wichtigsten Facts zusammengetragen, damit du am Fernsehen oder vor Ort mitfiebern und -reden kannst ;-).
Das Start-Tor, welches sich nach dem Kommando: „Riders Ready – Attention …“ innerhalb von einer bis fünf Sekunden nach Zufallsprinzip öffnet, wird Gate genannt. Auf den nächsten mindestens 80 Metern geht’s gerade aus, die Startgerade beinhaltet sehr viele eng aufeinanderfolgende Technik-Elemente. Normalerweise folgt danach die erste Steilwandkurve. Von da an wird jeder Kurs den Gegebenheiten wie Relief und Schneesituation angepasst. Neben einigen Abfahrts-Passagen gibt es eine Vielzahl von Elementen, welche in beliebiger Reihenfolge zu einer Strecke zusammengebaut werden. Die wichtigsten sind folgende:

Zum Schluss wird meistens noch ein grosser Sprung, eine Gerade und dann die Ziellinie passiert.
Die Snowboardcross-Geschichte
News-Briefli, 10. September 2022
Die zwei Amerikaner Steven Rechtschaffner und Greg Stump wollten für eine Extremsportart-Sendung eine Sportart erfinden. Steven hatte bereits seit Jahren die Idee, mehrere Snowboarder gleichzeitig einen „Parcours“ absolvieren zu lassen. Kurz danach investierten die beiden in Zusammenarbeit mit Blackcomb Mountain viel Aufwand in die Umsetzung der Idee und den Bau des ersten Kurses. Die Sendung wurde 1991 produziert, worauf einige Events in Kanada, den USA und Australien durchgeführt wurden. Rechtschaffner reiste an viele dieser Events, um die Veranstalter hauptsächlich beim Bau zu unterstützen.
Der Gründungsname „Boardercross“ wurde als Markenzeichen geschützt, um sicherzustellen, dass die Events auf sichere, aufregende und respektvolle Weise für die Welt des Snowboardens veranstaltet werden. Er wollte nicht, dass dieser Name von der FIS (Internationaler Ski-Verband) übernommen wird, da er die Überzeugung der Mehrheit der Snowboarder teilte, dass eine Ski-Sanktionsbehörde nicht für Snowboard-Events zuständig sein sollte. Deshalb wird Boardercross von der FIS als „Snowboardcross“ betitelt, obwohl die Mehrheit der Boardercrosser ihren Sport immer noch mit dem ursprünglichen Begriff bezeichnet.
Im Jahr 2006 wurde Snowboardcross erstmals zu einer offiziellen Veranstaltung bei den Olympischen Spielen in Turin.